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ThyssenKrupp erneut mit Negativschlagzeilen

ThyssenKrupp lässt mal wieder Schreckensnachrichten verlauten, denn im Geschäftsjahr 2011/2012 machte der Konzern, der am Dax notiert ist, einen Verlust von fünf Milliarden Euro.


ThyssenKrupp erneut mit Negativschlagzeilen

Unter den fehlgeschlagenen Investitionen der Stahlwerke in Brasilien und den USA, leiden nun die Aktionäre und Mitarbeiter gleichermaßen. Die einen mussten bereits eine klare Absage in Sachen Dividende einfahren, die anderen bangen um ihren Arbeitsplatz. Letztere zittern aufgrund des von Vorstandschef Heinrich Hiesiger angekündigten Sparprogramms „Impact 2015“, das – unter anderem durch Stellenabbau – Milliarden einsparen soll.

Nun versuchen der Aufsichtsrat und dessen Vorsitzender Gerhard Cromme, die Schuldigen an dieser Misere zu finden und haben es bereits auf langjährige Unternehmensvorstände abgesehen.

So erhalten Edwin Eichler, der Vorstand Stahl, und Olaf Berlien, der Vorstand in Sachen Technologie, ihre Kündigung. Grund für die schnelle Trennung des Unternehmens von diesen beiden Vorständen zum Jahresende ist vor allem, dass sie in den Planungen nicht eingegriffen hätten, als diese aus dem Ruder liefen.

Auch der Vorstand Compliance, Jürgen Claassen, muss gehen. Ihm wurden Luxusreisen zum Verhängnis, die er, wie die „Welt am Sonntag“ berichtete, auf Unternehmenskosten unternahm.

Hiesinger nahm kein Blatt vor den Mund, als er das Ergebnis betrachtete: „Unsere Führungskultur hat an vielen Stellen des Unternehmens versagt.“

Denn insgesamt schreibt ThyssenKrupp derzeit mehr Negativschlagzeilen, die unter anderem mit der Beteiligung an einem Schienenkartell und Vorwürfen der Untreue und Bestechung zu tun haben.

Denn Cromme befindet sich – obwohl er während der gesamten Planungsphase für das amerikanische Stahlwerk im Amt war – für nicht schuldig an dem Dilemma. Um seine Meinung zu untermauern, konnte er mit einem Gutachten der Kanzlei Linklaters aufwarten, das ihm „verantwortungsvolle Wahrnehmung der aktienrechtlichen Aufgaben auf hohem Niveau“, bescheinigt. Demzufolge sei sein Vorgänger schuld an der Misere. Jedoch kann er mit diesem Gutachten seine Kritiker nicht abwimmeln.

Auf die Stahlwerke in den USA und in Brasilien kommen nun laut Finanzchef Guido Kerkhoff, Abschreibungen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro. Der Restwert beträgt somit nur noch 3,9 Milliarden Euro – ein Betrag, den viele Experten für zu hoch erachten. (NS/BHB)


 
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