Der „Welt“ liegt die Ökodesign-Richtlinie bereits vor, weshalb die Zeitung bereits zu berichten weiß, auf was sich Verbraucher künftig einstellen können.
Ganz oben auf der To-Do-Liste stehen so sämtliche Dinge, die mit Wasser zu tun haben. Ressourcen sollen geschont werden – vor allem in Immobilien.
Wie die „Welt“ zitiert, soll es so nun auch für „wasserbezogene Produkte, zum Beispiel Duschköpfe und Wasserhähne“ Auflagen geben, obwohl sich diese kaum auf die Stromrechnung der Kunden auswirken.
Die Richtungsänderung der Regulierung weg von ausschließlichen Energieprodukten, hin zu einer breiten Palette an Maßnahmen, die die Umwelt schonen sollen, wird als Meilenstein betrachtet, als Festigung der Vorreiterrolle, die Europa im Umwelt- und Klimaschutz spielt.
Dabei steht die Klimakommissarin Connie Hedegaard für eine Aussage: Die Regulierung soll so streng wie möglich sein – und die EU die weltweite Vorreiterrolle inne haben.
Damit trifft sie auch intern auf allerhand Kritik, denn viele Experten sind der Meinung, durch strengere Regulierungen könnte sich die EU in der Wirtschaft bald weit hinter anderen Ländern abgeschlagen sehen. Auch der deutsche Energiekommissar Günther Oettinger, gehört zu ihren Kritikern und forderte ein Aus für allzu strikte Regulierungen. Sein Argument ging ebenfalls in Richtung Wirtschaft, denn schließlich würden die USA und China die Unternehmen mit günstiger Energie beliefern, was ausschlaggebend sei. Jedoch konnte er sich gegen Hedegaard nicht durchsetzen.
Bis 2014 sollen laut der Richtlinie aus dem Jahr 2005 sieben Produktgruppen genauer untersucht werden. Fünf weitere stehen auf der Liste, sofern es die Zeit ermöglicht. So sollen Fenster, Boiler, Kabel und Stromzähler genauer unter die Lupe genommen werden, aber auch Wasserhähne.
Dabei ist zu beachten, dass die Richtlinie zum Schutz der natürlichen Ressourcen nicht von der Gesetzgebung der EU kam, sondern von der EU-Kommission. Somit wird die Richtlinie auch außerhalb der normalen Gesetzgebung stattfinden.
Etwas, das bei so manch einem auf Entsetzen stößt, denn das EU-Parlament kann zwar bei Verfahrensfehlern widersprechen, hat aber letztlich bei dieser Richtlinie nichts zu melden.
Auch der Industrie widerstrebt der Gedanke. Zwar sehe es der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) als positiv an, da durch die Ökodesign-Richtlinie die Einführung neuer und umweltfreundlicherer Technologien ermöglicht würde, doch gibt Franz-Josef von Kempis, Umweltpolitikexperte beim BDI, auch zu bedenken, dass auf Investitionsgüter viel zu wenig Rücksicht genommen würde. (NS/BHB)