Tatsächlich verbergen sich in der Apotheke auch zunächst nur Düfte und Kosmetik, ehe man zu der Theke gelangt, an der die verschreibungspflichtigen Medikamente verkauft werden.
Stephan Borchert, Vorstandsmitglied des Pharmaunternehmens Celesio, sieht darin die Zukunft der Apotheke.
In vier Apotheken in Großbritannien und Italien versucht er, auch den Arzneimitteleinkauf zum Luxuserlebnis werden zu lassen. „Mit dem Namen 'Lloyds' wollen wir in den kommenden Jahren die führende Apothekenmarke Europas aufbauen“, erklärte er in Bicester und stellte seine weiteren Pläne vor, seine eigenen 2.200 Apotheken nach und nach in das Konzept mit einzubinden und früher oder später dann in Europa nach Partnern zu suchen.
Auch zusätzliche Angebote wie Schmerztherapie sollen in das neue Konzept einfließen. Patienten sollen zudem im Umgang zur korrekten Einnahme von Medikamenten geschult werden.
Dabei hatte sich das Unternehmen bis zum Jahr 2011 vor allem stark auf den Internethandel konzentriert, wobei sich der Kauf der Versandapotheke DocMorris nicht so herausstellte, wie das Stuttgarter Unternehmen dies gerne gehabt hätte. Der seit 2011 im Amt sitzende Unternehmenschef Markus Pinger hat sich daher für eine neue Strategie entschieden. So trennte man sich wieder von DocMorris und entschied sich für ein Verkaufskonzept, das den Kunden einen Hauch von Luxus bescheren soll. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn während Vorstand Borchert auf 10.000 Filialen in den nächsten Jahren hofft, gibt es in unterschiedlichen europäischen Ländern auch unterschiedliche Regulierungen für den Arzneimarkt. Eine Rolle spielt zudem, ob sich die Krankenkassen bereit erklären, für Zusatzleistungen der Apotheke aufzukommen, sollte ein Patient diese wünschen.
„Es ist klar in unserem Fokus, dass die Services auch tatsächlich vergütet werden.“ Um die Politik zu drängen, hier neue Wege einzuschlagen, ist es laut Borchert derzeit aber noch zu früh. „Jetzt zeigen wir erst einmal, was wir alles leisten können.“ (NS/BHB)