Tatsächlich hatte diese Ankündigung bereits massive Auswirkungen auf die Märkte, denn italienische Staatsanleihen mussten schon höhere Risikoaufschläge hinnehmen und die Aktienkurse sinken – vor allem die von Italiens größten Banken. Intesa San Paolo und UniCredit fielen bis zum Nachmittag um je knapp sechs Prozent.
Die Turbulenzen an den Märkten zeigen aber vor allem eines: Das Misstrauen gegenüber Berlusconi. Obwohl er in Umfragen deutlich hinter dem Mitte-Links-Bündnis PD zurückliegt, sorgte allein schon die Ankündigung seiner Rückkehr für solch massive Auswirkungen.
Chef der EU-Kommission José Manuel Barroso, äußerte sich bereits zu der Situation: „In Europa brauchen wir ein starkes und stabiles Italien.“
Neben Westerwelle forderte zudem der schwedische Außenminister Carl Bildt, dass die Reformen in Italien weiter stattfinden. Laut ihm sei die Politik Montis äußerst wichtig gewesen, damit Italien wieder an Glaubwürdigkeit gewinnt.
Dabei ließen auch die Märkte erkennen, dass es höchste Zeit gewesen war, dass Berlusconi das Amt im vergangenen Jahr verließ.
Die Zinsunterschiede zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen hatten einen Höchstwert erreicht. Die Regierung um Monti wurde zwar nicht vom Volk gewählt, doch stabilisierte sie Italien wieder.
Die bevorstehenden Wahlen könnten von März auf Februar vorgezogen werden, sollte Monti sein Amt tatsächlich niederlegen, sobald der Haushalt für das kommende Jahr verabschiedet wurde. Dies bedeutet zwei Monate, in denen die Märkte nicht um Italiens Zukunft wissen und Berg auf, Berg ab fahren könnten. (NS/BHB)